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bNEON – Neonarbeiten von Harald Kröner im Studio bNEXT

Neben seiner Arbeit als Zeichner hat sich bei dem angesagten Pforzheimer Künstler Harald Kröner (*1962 in Pforzheim) ein ganzer Werkkomplex mit Neon-Arbeiten entwickelt, zum einen im Kontext von Kunst-am-Bau-Aufträgen, zum anderen in Arbeiten, die sich mit Schrift und Textvorlagen beschäftigen, in letzter Konsequenz dann wieder mit abstrakten Raumzeichnungen, Neonbeleuchtung hat seit ihrer Erfindung um 1910 über ein halbes Jahrhundert eine herausragende Rolle in der Verwendung für Lichtwerbung und der Vermittlung von Informationen eingenommen, in den 70er und 80er Jahren wurde sie allmählich durch einen technologischen Wandel von LEDLichtern verdrängt und spielt heute nur noch eine, wenn auch exklusive, Nebenrolle.

Kröner faszinieren neben der Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten vor allem die heutzutage fast archaisch anmutenden stofflichen Zusammenhänge: eine mundgeblasene Glasröhre wird luftleer gepumpt und mit einem Edelgas gefüllt, das auch in verschwindend geringer Konzentration in unserer Atemluft vorkommt. Das im Glas eingeschlossene Gas wird dann mittels einer anliegenden Hochspannung von mehreren Tausend Volt zum Leuchten gebracht.

Die Ausstellung mit 4 Neonarbeiten in unserem Studio bNEXT und die große Installation „Hamlet“ an der Nordwand von justb umfasst tatsächlich Stücke aus allen drei Bereichen.

In Hamlet (2025), einem kleinen visuellen Worträtsel, morphen ein gebogenes Zweiglein, das leuchtende Zeichen für Storno und der Leuchtbuchstabe b mit dem auf die Wand geschrieben or zum berühmten „to be or not to be“ von Shakespeare ( 2=to b=be or ) Die Namensänderung von barbers zu justb das auch mit den Homonymen b und be spielt, war für den Künstler zum eigentlichen Auslöser für diese kleine Werkschau geworden.

https://justbnext.com/wp-content/uploads/2026/02/Kopie-von-UNIQUE-Smartphone-Video.mov

blush (2024) reiht sich in die Arbeiten mit Worten und Zitaten ein. Hier kommt eine spezielle Gasfüllung zum Einsatz die Kröner für eine Kunst-am-Bau-Arbeit exklusiv hat entwickeln lassen. Sie leuchtet rosa in einer klaren Glashülle. Glas und das zart rosa leuchtende Gas bilden in einer Art Doppelung das Wort, das das zarte Rosa des Errötens beschreibt: blush.

blackout ( 2022 ) ist eine der freien Raumzeichnungen , die sich organisch aus der Arbeit mit den handschriftlich „gezeichneten“ Wörtern ergeben hatten. Blackout bedeutet Stromausfall, aber auch Gedächtnisverlust oder Ohnmacht. Zugrunde liegt eine weisse Neonarbeit, die häufigste Anwendung. Dort bringt ein eigentlich blau leuchtendes Gemisch aus neon und argon eine weiße Leuchtstoffschicht aus Phosphor zum Leuchten, das Licht ist aber mit einer schwarzen Lackierung ausgetilgt, bis auf einen schmalen Streifen zur Wand hin, der für eine Art indirekte Beleuchtung sorgt, so dass man eigentlich nur noch die ursprüngliche blaue Gasfüllung in der Nähe der beiden Elektroden sehen kann.



Bei whiteout, (die Bedeutung bezieht sich auf ein Wetterphänomen, bei dem ein schwerer Schneesturm die Sicht quasi auf null reduziert) ist es analog zu blackout, weisse Farbe, die das Licht fast komplett auslöscht, bis auf das blaue leuchten an den Elektroden.


was sich zeigt ist (2025), ist schliesslich ein Ausschnitt aus einer grösseren Kunst-am-Bau Arbeit, bei der Alice im Wonderland eine Rolle spielte. Die Schrift, die sich als endlose Fortsetzung lesen lässt, taucht nur halb aus einer verspiegelten, schwarzen Scheibe auf, die von einem hellen Neonring umgeben ist.

Das Zitat „Was sich zeigt“ spielt auf das berühmte a rose is rose is a rose von Gertrude Stein an, stammt also nicht direkt aus Lewis Carrolls „Alice hinter den Spiegeln“, beschreibt aber das zentrale Thema des Buches: ein Spiel mit Wahrnehmung, Sprache und Realität, bei dem, was man sieht (z.B. hinter dem Spiegel), oft völlig unerwartet auftaucht, während es in ähnlichen Zitaten um Selbstreflexion geht, wie „Wenn du nach der einen Person suchst, die dein Leben verändern kann, schau in den Spiegel“. Bei Stein drückt es aus, dass die Dinge sind, was sie sind, ein grundlegendes Prinzip der Identität. Die Benennung einer Sache ruft bereits die damit verbundenen Assoziationen und Gefühle hervor, ihr Begriff ist eigenständig. Genau genommen spiegelt sich die Arbeit in sich selbst, das mühsam zu beschreibende Objekt nimmt Gestalt an.


Die beiden Kunstwerke blush und was sich zeigt ist fanden Ihren Weg direkt aus einer mehrwöchigen Ausstellung in Paris zu uns und sind noch bis Anfang März zu sehen, bevor sie in der Gallerie Bernhard Knaus I Fine Arts in Frankfurt gezeigt werden.

Mehr über den Künstler Harald Kröner findet Ihr hier: https://www.haraldkroener.de

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